Am Anfang der Joseffeier in Biberbach stand der Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche. Auch wenn seit 1968 der Gedenktag des Heiligen Josefs kein gesetzlicher Feiertag mehr ist, müssen die Feste gefeiert werden, wie sie fallen. Es lohnt sich allemal diesen „Patron des Hintergrunds“ näher zu beleuchten. Vielleicht würde er durch sein „weniger Worte, dafür mehr Handeln“ sich auch als „Patron für Politiker eignen“, so Ortspfarrer Ulrich Lindl in seiner Ansprache. Im Vorfeld hatte die Kolpingfamilie Gedanken zu ihrem Patron und Fürbitten formuliert.

Anschließend hatten Kolpingfamilie und Freiwillige Feuerwehr Biberbach zu Starkbieranstich und Fastenpredigt eingeladen. Bis auf den letzten Platz war die Halle besetzt. Nach der Begrüßung durch Feuerwehrvorstand Sebastian Merli und der stellvertretenden Kolpingvorsitzenden Monika Schuster, war es der neu gewählte Biberbacher Bürgermeister Christian Schuster, der das Fass anzapfte. Danach prosteten sich Bürgermeister Jarasch, Pfarrer Ulrich Lindl und die Landtagsabgeordneten Marina Jakob und Manuel Knoll zu. Zu den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches, den die Edenberger Musikanten, zwischenzeitlich fester Bestandteil der Joseffeier anstimmten, zog dann der Fastenprediger ein.

Markenzeichen von „Bruder Edmund“ ist sein Vortrag im Stil des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Dazwischen streute er auch in diesem Jahr immer wieder Anmerkungen im Dialekt von Hubert Aiwanger. Peter Mayer war zum wiederholten Male in die Rolle des Fastenpredigers geschlüpft. Im Vorfeld hatte ihn ein Team von fünf Kolpingler bei der Themenauswahl und der Zusammenstellung des Vortrags unterstützt. Als roter Faden diente in diesem Jahr das neu eingeführte „Digitale Bürger Service Portal“. Nach dem Bedauern, dass sein „Running Gag“ in Zusammenhang mit dem Bürgermeisternamen Jarasch nicht mehr anwendbar ist, musste sich der zukünftige Bürgermeister gleich mal ins Stammbuch schreiben lassen: „Schuster bleib bei deinen Leisten, dann allzu viel gönnen kannst du dir bei der Kassenlage der Gemeinde eh nicht."
Die KI, in diesem Falle Abkürzung für das neue „Katholische Informationsblatt“ der Pfarreiengemeinschaft war ebenso ein Thema wie die im Service Portal unter 088 zu findenden „Ausstellung eines Positivzeugnisses“ für Pfarrer Ulrich Lindl für den erfolgreichen Abschluss der Kirchensanierung und die Durchführung der Feierlichkeiten zum 500jährigen Jubiläum der Ankunft des „Herrgöttles in Biberbach“.

Natürlich konnte auch eine Episode zu 005 „Baumfällgenehmigung“ nicht fehlen. Der Vorschlag Urnengräber unter den Pappeln entlang der Staatsstraße zu planen, kam genauso gut an, wie die Aufarbeitung des Pappelholzes für den heimischen Kachelofens im Haus von dann Altbürgermeister Jarasch. Eine besonders kreative Idee präsentierte „Bruder Edmund“ zum Hochwasserschutz: Ein Baggersee zwischen Dennhof und Albertshofen nicht nur zum Rückhalt des Hochwassers, sondern auch zur Nutzung als Badesee, einschließlich Nutzung für den Schwimmunterricht der Kinder des dort anzusiedelnden Wasserkindergartens. Daneben würde sich die Wasserstelle auch noch als Kühlung für überanstrengte Fußwallfahrerfüße eignen. Enten könnten die Hühnerhaltung im Pfarrgarten ergänzen. Und im Winter könnte eine Eishockeymannschaft zur Teambildung des neuen Gemeinderats beitragen. Als Abschiedsgeschenk für Bürgermeister Wolfgang Jarasch schlug der Fastenprediger das Sportheim oder falls es diesmal mit dem Pächter klappen sollte, alternativ das Lehrerhaus vor. Ein letztes gemeinsames „Prost Edmund“ und viel Applaus beendeten die Fastenpredigt 2026.

Text und Fotos: Sabine und Klemens Eltschkner